Lohnt sich die Riester-Rente? 13 Millionen Menschen in Deutschland waren der Meinung, und schlossen einen Riester-Vertrag ab. Kritiker sagen trotzdem: „Die Riester-Rente ist ein Minusgeschäft!“ Der Staat zocke das hintenrum wieder ab, was man in der Einzahlungsphase an Steuern spare und sowieso solle man das Geld besser gleich unter die Matratze legen, anstatt es in einen Riester-Vertrag zu investieren.
Für das Alter privat vorzusorgen ist in Mode, und das aus gutem Grund. Die wenigsten wollen sich heute allein auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen. Ist das Modell nach Ex-Arbeitsminister Walter Riester für mich geeignet? Diese Frage kann man mit einem klaren „Jein“ beantworten. Denn Riester-Rente ist nicht gleich Riester-Rente. Ein Fachmann kann Abhilfe schaffen.
Die folgenden fünf Punkte sind oft gehörte Argumente gegen die Riester-Rente. Was ist dran?
„Die Riester-Rente ist ein Minusgeschäft“ Wirklich war?
Konkret nannte ein Wirtschaftsmagazin im vergangenen Jahr ein Beispiel, nach dem ein 30-jähriger Riester-Fondssparer mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 52.000 Euro 92 Jahre alt werden müsse, um seine eigenen Beiträge samt Zinsen als Rente ausgezahlt zu bekommen. Das klingt allerdings nach einem Minusgeschäft. Und vor allem nach der Grenze zum Betrug.
Fakt: Ein normaler Riestersparer erhält jedes Jahr Zulagen in Form von Steuervorteilen, die sich aus seinen Einzahlungen in den Riester-Topf ergeben. Damit unterstützt der Staat das Sparen aktiv. Und dank weiterer Zulagen erhält der Riestersparer sein Geld wesentlich schneller zurück, als in der Rechnung behauptet. Vergessen werden also oft die Vorteile, die Menschen bereits vor der Rentenzahlung durch die Riester-Rente erhalten – eben durch zusätzliche staatliche Leistungen. Die Riester-Rente ist eine Säule der privaten Altersvorsorge, die nicht isoliert sondern gemeinsam mit anderen Vorsorgemaßnahmen genutzt werden sollte.
Risiko? „Es ist schwer, so alt zu werden, dass sich die Riester-Rente lohnt“
Es gibt eine Statistik des statistischen Bundesamtes, die heute einem 30 Jährigen eine Lebenserwartung von 78 Jahren zuspricht, während Frauen im Durchschnitt 83 Jahre alt werden sollen. Statistiken sind eine schöne und greifbare Sache, und deshalb finden Kritiker Gefallen daran, damit ein wenig herumzuspielen, um auf den Punkt zu kommen, dass wir ja gar nicht alt genug werden, um später von der Riester-Rente zu profitieren. Aber wie alt werden wir wirklich im Einzelfall? Und wann lohnt sich die Riester-Rente im Einzelfall?
Fakt: Wie bereits oben erwähnt, kann man weder pauschal sagen, ab wann sich die Riester-Rente für den Einzelnen lohnt, noch kann man voraussehen, wie alt man wird. Besonders makaber spricht man dann gerne vom „Risiko der Langlebigkeit“. Im Gegensatz zur voraussichtlichen Lebenserwartung kann der voraussichtliche persönliche „Return on Invest“ durch eine Riester-Rente von einem Berater berechnet werden. Schwer abschätzbar wird dagegen die tatsächliche Lebenserwartung des Versicherten bleiben – zum Glück.
Planbar? „Ob Riester Vorteile bietet, hängt von der persönlichen Lebenssituation ab“…
…sagte ein Berliner Finanzmathematiker. Folgerichtig lautet die Kritik von Gegnern der Riester-Rente oft: Wer früh stirbt, zahlt mit Riester häufig sogar drauf. Gemeint sind vor allem Riester-Rentenversicherungen ohne garantierte Mindestleistungsdauer, die im Todesfall nicht vererbbar sind oder einen anderen Hinterbliebenenschutz garantieren. Auf gut Deutsch: Wer zu früh stirbt, geht leer aus.
Fakt: Seriöse und branchenübliche Riester-Verträge sind standardmäßig mit der Option der Vererbbarkeit ausgestattet. Die Erben dürfen sich im Ernstfall über die Riester-Rente des Verwandten freuen. Den Todesfall kann jedoch keiner planen und wer erst einmal verstorben ist, profitiert weder von privaten noch von gesetzlichen Rentenversicherungen.
Falsches Spiel? „Riester lohnt sich vor allem für den Staat, für Versicherungen und Banken.“
Von der abgeschlossenen Rister-Rente, so heißt es oft, profitieren nur Unternehmen wie Banken und Versicherer. Die fälligen Provisionen gehen dem ‚kleinen Mann’ von der Altersvorsorge ab und die wahren Gewinner sind die grauen Herren auf der anderen Seite des Schreibtisches. Die Vorstellung gruselt.
Fakt: Makler und Berater erhalten Provisionen für abgeschlossene Riester-Verträge. Eine solche Provision gleicht dem Honorar, das in sämtlichen beraterischen Berufen üblich ist.
Angestellt von Banken agieren oft nicht optimal bei der Wahl des Riester-Vertrages, individuelle Beratung steht nicht selten im Hintergrund. Wer jedoch einen unabhängigen Berater für den Abschluss seiner Riester-Versicherung wählt, fährt sicherer, denn der Berater hat keine spezielle Bindung zu einer bestimmten Versicherungsgesellschaft, er profitiert zudem von der Zufriedenheit des Versicherten.
Wer lacht zuletzt? „Stundung statt Gewinn – Keine Steuervorteile!”
Häufig wird behauptet, ein großer Teil der Zulagen und Steuervorteile, die dem Riester-Versicherten während des Berufslebens zufließen, müsse im Alter zurückbezahlt werden – in Form von Renten-Steuern, die man sich eigentlich sparen wollte. Somit prangern viele Kritiker an, die Riester-Rente sei lediglich eine facettenreiche Aufschiebung der Steuerbelastung.
Fakt: Die steuerfreie Altersrente ist vorbei, sowohl gesetzlich als auch privat. Rente wird im Alter versteuert, aber normaler Weise ist der Steuersatz eines Rentners niedriger als der eines Arbeitnehmers. Eingezahlte Beiträge in die Riester-Rente können in der Ansparphase steuerlich geltend gemacht werden und müssen im Alter nicht voll zurückgezahlt werden. Lediglich Spitzensteuersätze im Rentenalter sind mit denen von Arbeitnehmern vergleichbar. Wer wird Millionär…?
Riester-Rente rockt, aber unabhängige Beratung ist wichtig
Riester funktioniert bei dem, der ein Produkt findet, das zu seiner Situation und seinen Ansprüchen passt. Ein Fachmann kann bei der Suche nach dem richtigen Riester-Vertrag helfen und es ist wichtig, auf einen Berater zurückzugreifen, der qualifiziert und unabhängig ist. Im Zweifelsfall sollte man sich weitere Meinungen einholen und Testergebnisse berücksichtigen, denn Riester-Rente ist nicht gleich Riester-Rente. Im Zuge einer Beratung sollten Interessierte die besten Anbieter miteinander vergleichen und dann wohl überlegt entscheiden; um dem Risiko der Langlebigkeit gerecht zu werden und von der Riester-Rente zu profitieren.
Bin gerade über Gutefrage auf diesen Blog gestossen. Interessanterweise sind hier Argumente die dort immer wieder beim Thema Riester dort gegen eine Versicherung sprechen beantwortet worden. Bin zwar immer noch unschlüssig, da ich auf Grund etwas Eigenkapitals profitablere Modelle reizvoll finde. Das sich Riester aber für die meisten Menschen lohnt ist hier wohl deutlich aufgezeigt!