Sicher mit einem finanziellen Polster in den Ruhestand starten – für viele Erwerbstätige wird dieser Schritt immer schwieriger. Bereits heute gilt die gesetzliche Rente teilweise nicht mehr als ausreichend, um den Bedarf im Alter zu decken. Und es kommt für die Generation der heute 30- oder 40-Jährigen noch schlimmer. Experten sehen das Rentenniveau immer weiter sinken, bereits 2030 solle es sich massiv zu Ungunsten der Ruheständler verschlechtert haben.
Die Lehre daraus kann nur sein, dass die private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Leider kommt diese Tatsache in der jüngeren Generation immer noch nicht an. Umfragen zeigen regelmäßig, dass die 20- bis 30-Jährigen sich nur in einem unzureichenden Maß um die finanzielle Sicherheit im Alter kümmern. Ebenfalls erschreckend: Viele Erwerbstätige, selbst im gestandenen Alter, haben keine klare Vorstellung davon, wie die finanzielle Versorgung im Alter aussieht.
Private Altersvorsorge zunehmend wichtig
Angesichts der aktuellen Entwicklung im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung, einer anziehenden Teuerungsrate und der Zunahme von Erwerbstätigen, die nur mit Unterbrechung ihren Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung leisten, ist die Bedeutung der privaten Altersvorsorge klar. Ein Problem bleibt – viele Erwerbstätige sind mit der Vielzahl möglicher Sparformen und Angebote überfordert.
Säulenmodell der Altersvorsorge
Grundsätzlich wird in Deutschland der Bereich der Altersvorsorge in ein 3-Schicht-Modell eingeteilt. Die 1. Schicht umfasst die Basisvorsorge, bestehend aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der Rürup-/Basisrente. In die 2. Schicht fallen bereits bekannte Maßnahmen der privaten Altersvorsorge, wozu Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge gehören. Die letzte Schicht setzt sich aus allen weiteren Möglichkeiten und Varianten der Kapitalanlage zusammen, wie beispielsweise den Kapitallebens-, privaten Rentenversicherungen, Aktien, Wertpapieren und Immobilien.
Die passende private Altersvorsorge
Welche Altersvorsorge passt am besten zu mir? Leider gibt es hier keine pauschale Antwort, jede Empfehlung muss nach Einzelfallprüfung ausgesprochen werden. Daher ist eine objektive und unabhängige Beratung Pflicht. Grundsätzlich sollte die private Altersvorsorge aber so aufgebaut sein, dass die Basis aus einer sicheren Kapitalanlage besteht und erst nachrangig renditestarke, aber riskantere Optionen ins Auge gefasst werden.
Mit der Riester-Rente hat die Bundesregierung gerade für Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung eine Möglichkeit zur Altersvorsorge geschaffen, die sich doppelt lohnt. Denn der Staat fördert das private Engagement über Zulagen und teilweise sogar über steuerliche Vergünstigungen. Besteht dagegen nicht die Pflicht zur Absicherung im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung (Selbständige, Freiberufler) bietet sich die Rürup-Rente als Basis der Altersvorsorge an. Neben der steuerlichen Absetzbarkeit der Prämien während der Ansparphase winken hier auch Pfändungssicherheit sowie die Nichtberücksichtigung bei Hartz IV.
Die private Altersvorsorge bleibt ein komplexes Thema. Aufgrund der großen Unsicherheit raten Experten Berufseinsteigern und jungen Erwerbstätigen dazu, bereits früh den Grundstein für die finanzielle Sicherheit im Alter zu legen.